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Die Verlobung im Kloster
Sa, 13. Apr 2019, 18:00

Обручение в м онастыре

Lyrisch-komische Oper in vier Akten (1946)
Musik von Sergej Prokofjew
Text von Sergej Prokofjew und Mira Mendelson nach der Komödie »The Duenna« von Richard Brinslex Sheridan

Immer wieder hat es Sergej Prokofjew zum Musiktheater gezogen, zur Oper wie zum Ballett. Komödienstoffe standen jedoch nur selten zur Disposition – im Grunde hat er sich nur bei seiner »lyrisch-komischen« Oper mit dem buffonesken Titel »Die Verlobung im Kloster« diesem Genre gewidmet. Basierend auf einem Theaterstück des irischen Autors Richard Sheridan aus dem späten 18. Jahrhundert schrieb Prokofjew 1940 auf ein eigenes Libretto eine virtuos mit traditionellen musikalischen Formen und neuen Klängen spielende Partitur – voller Esprit und präzisen Charakterzeichnungen. Mit Sevilla als Schauplatz schlägt Prokofjews geistreiches Werk den Bogen zu Mozart und Rossini, mit bewussten Anknüpfungen an »Le nozze di Figaro« und »Il barbiere di Siviglia«. Prokofjew gelang ein hochoriginelles Stück voller Lebendigkeit und Theatralik, mit mal erfolgreichen, mal ins Leere laufenden Intrigen, unerwarteten Wendungen, bizarren Situationen, humorvollen Verkleidungen und Verwechslungen, mit Typen, wie sie einer Opera buffa entsprungen scheinen. Ebenso wie das Komische kommt jedoch auch das Lyrische zu seinem Recht, in Gestalt von tief empfundenen Arien und Duetten, in denen die Protagonisten ihren Emotionen Raum geben. Äußerst raffiniert hat Prokofjew all das in sein Werk einfließen lassen, das erst nach dem Zweiten Weltkrieg, im Herbst 1946 im Leningrader Kirow-Theater erstmals auf die Bühne kam. 1958 wurde »Die Verlobung im Kloster« auch an der Staatsoper Unter den Linden inszeniert – nach vielen Jahren steht nun eine neue Begegnung an.