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Francesca da Rimini
Fr, 19. Mär 2021, 19:30

Riccardo Zandonai [1883 – 1944]

Sie sind eines der großen tragischen Liebespaare der Weltgeschichte: Francesca da Rimini und Paolo Malatesta. Schon Dante berichtet in der »Göttlichen Komödie« von ihrer ehebrecherischen Leidenschaft. Im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert wurden ganze Heerscharen von Künstlern zu Auseinandersetzungen mit dem Stoff angeregt, darunter Gabriele d’Annunzio, dessen 1901 uraufgeführtes »Poem aus Blut und Wollust« als bald verbotenes Skandalstück auch das Interesse des jungen Komponisten Riccardo Zandonai weckte. Im Zentrum seiner Oper stehen gleich drei Brüder aus dem Haus Malatesta, die sich in dieselbe Frau verlieben. Francesca erscheint als ihre Verführerin und Opfer familienpolitischer Intrigen zugleich. Zandonai schrieb ein packendes musikalisches Drama zwischen Tristan-Sehnsucht und brutalen Gewaltfantasien. Die Lyrismen der italienischen Belcanto-Tradition kombiniert der als Nachfolger Puccinis gehandelte Komponist mit der Härte des zeitgenössischen Verismo, integriert impressionistischen Klangfarbenreichtum und lässt zugleich die Vorbilder Wagner und Strauss hörbar werden.

Nach der umjubelten Inszenierung von Korngolds DAS WUNDER DER HELIANE, einer Produktion, die von der Zeitschrift Opernwelt als »Wiederentdeckung des Jahres 2018« ausgezeichnet wurde, nimmt sich Christof Loy für die Deutsche Oper Berlin eine weitere Rarität des beginnenden 20. Jahrhunderts vor. Für FRANCESCA DA RIMINI setzt er auch seine Zusammenarbeit mit Sara Jakubiak fort, die sich nach der Titelpartie der HELIANE ein zweites Mal dem musiktheatralen Psychogramm einer leidenschaftlich liebenden Frau widmet.

Werkinfo:
Tragedia in vier Akten und fünf Bildern
Libretto von Tito Ricordi nach Gabriele D’Annunzios gleichnamiger Verstragödie
Uraufführung am 19. Februar 1914 im Teatro Regio in Turin
Premiere an der Deutschen Oper Berlin am 14. März 2021