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Der Ring des Nibelungen – Siegfried
Fr, 12. Nov 2021, 16:00

Richard Wagner [1813 – 1883]

Siegfried
Siegfried

Zwei Wege, das Leben zu erfahren, beschreiben die beiden Mittelstücke der Tetralogie: Während sich der Reifeprozess Brünnhildes in der WALKÜRE über die Erfahrung von Leid und Mitgefühl hin zum bewussten Reflektieren des Menschseins vollzieht, wird der Weg Siegfrieds allein durch die sinnliche Erfahrung des Ich geprägt. Ist es zunächst nur die Erkundung der eigenen, schier grenzenlosen Körperkraft, die das Selbstbild des jungen Mannes formt, treten bald andere Sinneseindrücke und schließlich das Erlebnis der erwachenden Sexualität hinzu. Nicht nur Mann und Frau, sondern auch zwei Prinzipien stoßen im SIEGFRIED aufeinander: Auf der einen Seite die natürliche, durch keinerlei Zweifel getrübte Tatkraft Siegfrieds, auf der anderen die aus der teilnehmenden Beobachtung gewonnene Weisheit Brünnhildes. Und mit Vereinigung dieser beiden entgegengesetzten Kräfte im liebenden Paar scheint am Ende des Werkes für einen Moment die Grundlage für eine Neugründung der menschlichen Gesellschaft im Raum zu stehen.

Für SIEGFRIED schuf Wagner eine der prägendsten Partien des Tenorfachs: Die Titelrolle ist nicht nur eine der physisch anstrengendsten und längsten überhaupt, sondern auch der Inbegriff des Heldentenors. In der Neuproduktion des RINGS wird der Siegfried von einem der profiliertesten Wagnersänger des letzten Jahrzehnts verkörpert: Der neuseeländische Tenor Simon O’Neill hat die Partie zwar schon mit großem Erfolg konzertant beim Edinburgh Festival gesungen und auch schon auf CD eingespielt, wird an der Deutschen Oper Berlin jedoch sein Bühnendebüt als Siegfried geben.

Werkinfo:
Zweiter Tag
Ein Bühnenfestspiel für drei Tage und einen Vorabend
Uraufführung am 16. August 1876 in Bayreuth
Premiere an der Deutschen Oper Berlin am 24. Januar 2021