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La fanciulla del West

Oper in drei Akten von Giacomo Puccini

Kalifornien, zu Hochzeiten des Goldrauschs: Der Sehnsuchtsort stellt sich als unerbittliche Einöde heraus, in der das Gesetz des Stärkeren gilt. Als Ort friedlichen Miteinanders fungiert allein die Bar von Minnie, die von allen Goldsuchern verehrt und vom raubeinigen Sheriff Rance leidenschaftlich begehrt wird. Als sich Minnie jedoch in einen Fremden verliebt, der als der lang gesuchte Bandit Johnson entlarvt wird, wird die ohnehin schon fragile Ordnung auf den Kopf gestellt.

Eigentlich gehören Giacomo Puccinis Werke, allen voran seine Trias aus »La Bohème«, »Tosca« und »Madama Butterfly«, zu den meistgespielten Opern. Die 1910 an der New Yorker Metropolitan Opera uraufgeführte »La fanciulla del West« steht dagegen so im Schatten seiner übrigen Opern, dass sie erst jetzt zum ersten Mal Unter den Linden erklingt. Zwar bietet Puccinis Wild-West-Oper, in der die Outcasts der Gesellschaft auf der Suche nach Reichtum und ein bisschen Glück aufeinandertreffen, dem rauen Schauplatz entsprechend auf den ersten Blick weniger Lyrik und Wohlklang als die meisten seiner Opern. Dafür gelang ihm ein Porträt einer Welt voller Entbehrungen und geplatzter Träume. Zu Recht war der Komponist stolz auf die klangfarblichen Finessen seiner Partitur. So äußerte der ansonsten nicht gerade für seine Affinität zur italienischen Oper bekannte Anton von Webern anerkennend: »Eine Partitur von durchaus originellem Klang. Prachtvoll. Jeder Takt überraschend. Ganz besondere Klänge.«