Deutsche Oper Berlin
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AIDA
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DAS MÄDCHEN MIT DEN SCHWEFELHÖLZERN
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DEUTSCHE OPER BERLIN
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SALOME
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Die Tischlerei
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VACSO DA GAMA
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COSI FAN TUTTE
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Deutsche Oper
Berlin

Es war fast eine kleine Kulturrevolution, die Berlins Bürger wagten, als sie 1912, im damals noch unabhängigen Charlottenburg, die Deutsche Oper gründeten. Ein eigenes Opernhaus, das explizit auch dem modernen Musiktheater von Richard Wagner geweiht sein sollte – das war ein klares Gegenmodell zur ehrwürdigen Hofoper Unter den Linden. Und noch dazu war der Bau an der Bismarckstraße nicht nur größer als alle anderen Theater der Stadt, sondern er setzte mit seinem Verzicht auf Logen das Ideal eines „demokratischen" Opernhauses um, das von allen Plätzen die volle Sicht auf die Bühne bot. Und genau dieser Tradition einer Bürgeroper ohne Pomp und Plüsch ist das Haus auch im 1961 eröffneten Neubau Fritz Bornemanns treu geblieben: Die hervorragenden Sicht und Akustikverhältnisse bieten bis heute den Rahmen für ein Musiktheater von Ausnahmerang, das an jedem Abend von fast 2000 Besuchern erlebt werden kann. Und die großzügigen Foyers, deren architektonische Eleganz heute wieder neu wahrgenommen wird, sind nach wie vor einer der zentralen kulturellen Treffpunkte der Hauptstadt.

Jahrhundertsänger wie Dietrich Fischer-Dieskau, Luciano Pavarotti, Christa Ludwig und Julia Varady, Dirigenten wie Ferenc Fricsay, Giuseppe Sinopoli und Christian Thielemann, aber auch Regisseure wie Götz Friedrich und Hans Neuenfels haben die Geschichte dieses Hauses mitgeschrieben und dem Namen der Deutschen Oper einen internationalen Klang gegeben. Diese Tradition setzt das Haus bis in die Gegenwart fort: Die Bandbreite der Inszenierungen der Deutschen Oper Berlin reicht von einer klassisch-naturalistischen TOSCA aus dem Jahr 1969 über einen Regieansatz unter Einbeziehung filmischer Mittel in RIENZI (Regie Philipp Stölzl) bis zu Produktionen wie RIGOLETTO (Regie Jan Bosse), FALSTAFF (Regie Christof Loy), AIDA (Regie Benedikt von Peter) oder SALOME (Regie Claus Guth), die die jüngeren Entwicklungen des Theaters reflektieren. Internationale Gesangsstars sind neben dem erstklassigen Ensemble in dem reichen Repertoire an Aufführungen zu erleben. Moderne Befragungen der großen Klassiker von Mozart über Verdi und Wagner bis zu Strauss und Puccini spielen hier ebenso eine wichtige Rolle wie die zeitgenössische Oper, z. B. Helmut Lachenmanns DAS MÄDCHEN MIT DEN SCHWEFELHÖLZERN, Iannis Xenakis' ORESTEIA, Georg Friedrich Haas‘ MORGEN UND ABEND oder in der Saison 2016/2017 die Uraufführung von Andrea Lorenzo Scartazzinis EDWARD II.

Neben zeitgenössischen Werken legt die Deutsche Oper Berlin einen deutlichen Fokus auf Komponisten, deren Gesamtwerk sich heute nicht mehr stark in den Spielplänen repräsentiert findet: So erschließt das Haus an der Bismarckstraße unter Leitung von Generalmusikdirektor Donald Runnicles nicht nur Leos Janaceks Oeuvre mit exemplarischen Inszenierungen von DAS SCHLAUE FÜCHSLEIN (Regie Katharina Thalbach), JENUFA (Regie Christof Loy, liegt als Grammy-nominierte DVD im Handel vor) und DIE SACHE MAKROPULOS (Regie David Hermann) sondern erarbeitet auch einen Benjamin-Britten-Zyklus mir PETER GRIMES und BILLY BUDD (Regie David Alden), DIE SCHÄNDUNG DER LUCRETIA (Regie Fiona Shaw) und TOD IN VENEDIG (Regie Graham Vick). Zu den besonderen künstlerischen Aufgaben zählt für die kommenden Spielzeiten die Präsentation des Opernwerkes von Giacomo Meyerbeer, der als einer der größten Berliner Komponisten beinahe in Vergessenheit geraten ist: Zu seinen hier bereits aufgeführten oder sich in Planung befindlichen Werken gehören DINORAH ODER DIE WALLFAHRT NACH PLOËRMEL (konzertant, auf CD veröffentlicht), VASCO DA GAMA (Regie Vera Nemirova), DIE HUGENOTTEN (2016, Regie David Alden) und DER PROPHET (2017, Regie Olivier Py).

Das Orchester der Deutschen Oper Berlin gehört unter seinem Generalmusikdirektor Donald Runnicles zu den herausragenden Klangkörpern des Landes. Neben den Opernabenden ist es u. a. im Rahmen des Musikfest Berlin in der Philharmonie, bei Galakonzerten im Festspielhaus Baden‐Baden und bei den BBC Proms zu erleben. Der vielgerühmte Chor wurde für seine exzellenten Leistungen schon mehrfach zum „Chor des Jahres“ gewählt.

Seit der Spielzeit 2012, also mit Beginn der Intendanz von Dietmar Schwarz, besitzt die Deutsche Oper Berlin eine zweite Spielstätte: die Tischlerei. Früher wurde hier Holz bearbeitet, jetzt entwickeln in der hohen Werkhalle junge Künstler neue Formen von Oper und Musiktheater. Seit ihrer Eröffnung gibt es hier pro Spielzeit ca. 9 Premieren, Wiederaufnahmen und Gastspiele. Der architektonisch offene und flexible Raum bestimmt auch das Profil der Bühne und fordert dazu heraus, jenseits des Guckkastentheaters Musiktheater zu schaffen. Ausschließlich Neues wird hier gezeigt: Uraufführungen von Auftragskompositionen, Stückentwicklungen und Bearbeitungen von älteren Werken. Dabei sind Produktionen für jüngeres Publikum ein Schwerpunkt der Tischlerei. Jedes Jahr entsteht mindestens eine neue Oper für Kinder oder Jugendliche. Auch partizipative Projekte und Workshops oder Präsentationen der Jungen Deutschen Oper besitzen einen hohen Stellenwert. Eine Werkstatt für das Musiktheater des 21. Jahrhunderts befindet sich also in direkter Nachbarschaft und unter einem Dach mit der größten Opernbühne Berlins. Zudem gibt es zwei Konzertreihen des Orchesters der Deutschen Oper Berlin: die Tischlereikonzerte und die Reihe „Jazz & Lyrics“.

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Deutsche Oper Berlin
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10627 Berlin

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