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LOCATION:Deutsche Oper Berlin\, Berlin
SUMMARY:Carmen
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DESCRIPTION:Das Einzigartige an CARMEN ist die Mischung aus romantischer Op
 er\, realistischem Drama und Offenbach-Operette. Die Inszenierung von Ole 
 Anders Tandberg erzählt die Geschichte in kraftvollen Bildern\, die immer
  wieder zwischen Schock\, Groteske und großem Gefühl wechseln … Dirige
 nt*in: Anna Handler / Friedrich Praetorius\; Inszenierung: Ole Anders Tand
 berg\; Mit Aleksandra Meteleva / Irene Roberts\, Nina Solodovnikova / Mari
 a Motolygina\, Andrei Danilov / Vittorio Grigolo\, Byung Gil Kim / Joel Al
 lison u. a.\nZum StückMit der Titelheldin seiner Oper CARMEN schuf George
 s Bizet eine der faszinierenden Figuren der Operngeschichte. Kaum zu zähl
 en sind die Interpretationen\, die Carmen bislang erfahren hat: einerseits
  als Verführerin\, Sinnbild verbotener Sehnsüchte und Gallionsfigur des 
 „Ewig Weiblichen“ im grausamen Kampf der Geschlechter. Andererseits al
 s Anarchistin\, die ein Leben jenseits bürgerlicher Existenzängste und Z
 wänge lebt. Oder aber als archaische Seherin\, die aus den Karten ihren e
 igenen Tod liest – und frei ist\, weil sie ihr Schicksal nicht fürchtet
 . Kaum eine Opernheldin scheint so offen für verschiedene Lesarten und wi
 rd deshalb zum Spiegelbild jeder Epoche.\n\nMit CARMEN schrieb Bizet eine 
 Kampfansage an die romantische Oper. Die realistische Darstellung einer pr
 oletarischen Lebenswelt\, der nüchterne Blick auf Armut und Verbrechen st
 ellten die Konventionen der Opernbühne in Frage. Zum Scheitern verurteilt
  sind in diesem Umfeld die Lebensträume des Soldaten Don José\, den sein
 e besessene Liebe zu Carmen immer weiter in den Abgrund von Elend und Krim
 inalität zieht und der ihretwegen die Möglichkeit einer gesicherten bür
 gerlichen Existenz an der Seite des Bauernmädchens Micaëla ausschlägt.\
 n\nDieser Kampf zweier Prinzipien\, des Weiblichen gegen das Männliche eb
 enso wie des Bürgerlichen gegen das Anarchische\, findet in der Oper sein
 en Ausdruck im Spektakel des Stierkampfs\, der auf diese Weise weit mehr i
 st als eine folkloristisch farbenprächtige Rahmung des Geschehens: Ein bl
 utiges Ritual\, in dem allein das Recht des Stärkeren gilt und in dem es 
 keine Gnade für den Unterlegenen gibt.\n\nZur InszenierungDer norwegische
  Regisseur Ole Anders Tandberg hat die einzigartige Mixtur aus großer Ope
 r\, Prekariatstragödie und überdrehter Operette in seiner Inszenierung z
 um Thema gemacht: Groteske Szenen\, die in ihrer ins Absurde gesteigerten 
 Grausamkeit aus einem Tarantino-Film stammen könnten\, realistisches Gef
 ühlsdrama und blutige Stierkampf-Symbolik sind die Elemente\, die sich in
  seiner rasanten Erfolgsproduktion verdichten. Dazu beschwören die präch
 tigen andalusischen Kostüme von Figuren wie Carmen und Escamillo auf spie
 lerische Weise den ikonischen Charakter des Werks.\n\nTandberg interessier
 t sich für die Offenheit der Titelfigur\, das Geheimnis\, das sie umgibt.
  In Carmen sieht er nicht nur die Seherin\, das Lustobjekt oder die Anarch
 istin\, sondern auch einen Menschen\, der diese vorgefundenen Rollen aus A
 ngst vor emotionaler Verletzung spielt. Eine Frau\, die durch die aufricht
 ige Liebe\, die Don José ihr entgegenbringt\, zumindest für Augenblicke 
 hinter die Fassade ihrer Carmen-Posen blicken lässt.
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