← zurück zum Kalender

Matthäus-Passion
So, 16. Mai 2021, 19:00

Johann Sebastian Bach [1685 – 1750]

Die Berichte von Leiden, Sterben und Auferstehung Jesu Christi in den biblischen Evangelien gehören zu den wesentlichen Fundamenten der europäischen Kultur. Johann Sebastian Bach schuf mit der Komposition der »Matthäus-Passion« ein musikalisches Ritual für die gläubige Gemeinde seiner Zeit. Nach Felix Mendelssohn Bartholdys legendärer Berliner »Wiederaufführung« der Partitur im 19. Jahrhundert entstand auch eine intensive bürgerliche Konzerttradition, die bis heute andauert. Doch was bedeutet die Passion für eine diverse Gesellschaft, in der die christliche Religion zunehmend an Relevanz verliert? Was bedeuten ihre zentralen Motive – Verrat, Hass, Todesangst, Vertrauen, Liebe und Vergebung –, aufgeführt im säkularen Opernhaus? Wieviel Distanz entsteht? Und welche Gemeinschaft wird erfahrbar in einer Aufführung, in der auch das Publikum und Berliner Laien-Chöre zum Mitsingen eingeladen sind?

Regisseur Benedikt von Peter hat in den letzten Jahren zahlreiche maßstabsetzende und mit Preisen ausgezeichnete Inszenierungen erarbeitet, in denen er die jeweilige »Architektur eines Stückes«, auf die Räume der Opernhäuser zu übertragen sucht. Die schon von Bach doppelchörig angelegte »Matthäus-Passion« wird in diesem Sinne in Benedikt von Peters Inszenierung den gesamten Zuschauerraum und die Hauptbühne bespielen. So finden sich auch auf der Bühne Besucherplätze, und Formationen von Chor und Orchester sind im Besucherbereich platziert.

Werkinfo:
Oratorium von Johann Sebastian Bach
Uraufführung am 15. April 1729 in Leipzig
Premiere an der Deutschen Oper Berlin am 25. April 2021