← zurück zum Kalender

Antikrist
Fr, 24. Feb 2023, 20:00

Rued Langgaard (1893 – 1952)

Rued Langgaard: Antikrist
Rued Langgaard: Antikrist
Aus der Premiere: Antikrist
Aus der Premiere: Antikrist
Werkstattbesuch 2: Antikrist
Werkstattbesuch 2: Antikrist
Antikrist
Antikrist
Werkstattbesuch: Antikrist
Werkstattbesuch: Antikrist
Antikrist
Antikrist
Antikrist
Antikrist
Antikrist
Antikrist
Antikrist
Antikrist
Antikrist
Antikrist
Antikrist
Antikrist
Antikrist
Antikrist
Antikrist
Antikrist
Antikrist
Antikrist
Antikrist
Antikrist
Antikrist
Antikrist
Antikrist
Antikrist
Antikrist
Antikrist
Antikrist
Antikrist

Langgaards monolithisches Werk entwirft ein endzeitliches Mysterienspiel, das dem Fin de Siècle huldigt mit einer Musik, die an Strauss und Wagner erinnert, aber auch Hindemith und Schönberg nicht verleugnet. Ersan Mondtag führt bei ANTIKRIST nicht nur Regie, sondern gestaltet auch die szenische Ausstattung in dem für ihn typischen kraftvoll-expressionistischen Stil … Dirigent: Stephan Zilias / Hermann Bäumer [24. Feb.]; Regie: Ersan Mondtag; Mit Thomas Lehman, Jonas Grundner-Culemann, Valeriia Savinskaia, Irene Roberts, Clemens Bieber, Maire Therese Carmack, Flurina Stucki, AJ Glueckert, Andrew Dickinson, Jordan Shanahan u. a.
In eine gottlose Welt tritt der Antichrist. Angerufen von Luzifer selbst offenbart er sich in vielerlei Gestalt: Durch Hoffart, Missmut, Begierde, Lüge und Hass wird die Menschheit im „Streit aller gegen alle“ geprüft und versucht. Doch am Schluss setzt die Stimme Gottes dem Antichrist ein Ende: „Hephata!“ / „Öffne dich!“ – die Welt scheint gereinigt.

Rued Langgaards Anfang der 1920er Jahre komponierte und bis 1930 grundlegend überarbeitete „Kirchenoper“ ist ein Monolith im Schaffen des Komponisten, das an aufregenden und ungewöhnlichen Werken nicht arm ist. Ausgehend von der Offenbarung des Johannes entwirft er ein endzeitlich geprägtes Mysterienspiel, das den Zeitgeist des Fin de Siècle nicht verhehlen kann. Dementsprechend geschichtspessimistisch lässt sich sein hochsymbolistischer, voller Assoziationen steckender Text lesen. Doch die schillernde Musik – vom spätromantischen, großen Orchesterklang geprägt, der aber auch immer wieder in sich zusammenfällt und aus dem karg und nüchtern Details herausgearbeitet werden – bringt Hoffnung in die dunkle Welt. Der künstlerische Einzelgänger Langgaard hat hier zu einem Personalstil gefunden, der zwar an Strauss und Wagner erinnert, aber auch seine Zeitgenossen Hindemith und Schönberg nicht verleugnet.

Regisseur Ersan Mondtag gibt sein Berliner Operndebüt – die ungemein kräftige Bildsprache des mehrfach ausgezeichneten Regisseurs, dessen Arbeiten mehrfach beim Theratertreffen zu sehen waren, scheint mit ihrer Überästhetisierung wie geschaffen für Langgaards Endzeit-Mysterium.

Werkinfo:
Oper in zwei Akten [in einem Prolog und sechs Bildern]Libretto vom Komponisten Deutsche Übersetzung von Inger und Walther Methlagl, für die kritische Edition überarbeitet von Monika WesemannRevidierte Fassung, BVN 192 [1930]Szenische Uraufführung am 2. Mai 1999 am Tiroler Landestheater in InnsbruckPremiere an der Deutschen Oper Berlin am 30. Januar 2022

empfohlen ab 16 Jahren