← zurück zum Kalender

Aus dem Hinterhalt: Boris Godunow
Sa, 24. Jun 2017, 21:00

Late-Night-Performances zur Großen Oper

Aus dem Hinterhalt
Aus dem Hinterhalt
Tischlerei
Tischlerei

Der Gegner ist übermächtig und nur AUS DEM HINTERHALT heraus zu bezwingen: Fünf Premieren im Großen Haus der Deutschen Oper Berlin. Fünf Säulen des Repertoires, die so schnell nichts erschüttert. Doch an fünf Abenden wird jeweils eines der Stücke ins Visier genommen. Sänger und Musiker der Deutschen Oper Berlin legen sich zusammen mit Gastkünstlern verschiedenster Sparten und unter der Leitung von Alexandra Holtsch auf die Lauer. Sie befragen die Stücke und Kommentare ab, schreiben Musik neu oder arrangieren Altes neu. Dabei sind mal die bekannteste Arie, mal ein Sujet, eine Bühnenfigur oder ein Requisit Ausgangspunkt und Material. Es entstehen Musiktheaterabende, die ergänzen oder widersprechen, es findet sinnliches Forschen und (Unter)Suchen als Reform, Denkanstoß und Late-Night-Show statt!

Blut klebt an den Händen von Boris Godunow, und seine Herrschaft als Zar scheint vom Unglück verfolgt. Das Volk leidet Hunger, und Intrigen bestimmen das Leben am Zarenhof. Da taucht ein junger Mann auf, der behauptet, der vermeintlich als Kind ermordete Zarewitsch Dimitrij zu sein, und deshalb den Zarenthron beansprucht. Er bedroht mit einem Heer Moskau, Boris’ Macht zerfällt. Seine alte Blutschuld holt ihn ein, denn es war Boris, der vor Jahren den Auftrag gab, Dimitrij zu töten, um damit den letzten Nachkommen Iwan des Schrecklichen zu beseitigen und sich selber den Weg auf den Thron zu ebnen …

Modest Mussorgskij hat mit BORIS GODUNOW eines der großen Politdramen der Operngeschichte geschrieben – und wie jede Premiere auf der großen Bühne wird auch BORIS GODUNOW in der Reihe AUS DEM HINTERHALT zum Gegenstand subversiv-musiktheatralen Auflauerns.

Als Komplizen für diesen Überfall hat Regisseurin Alexandra Holtsch zwei Musiker verschiedenster Genres: DJ Illvibe war Produzent etwa der Dancehallband Seeed, hat verschiedene Jazz- und Hiphop-Projekte und ist an den Turntables der Berliner Clubs eine feste Größe. Und der Hamburger Komponist Andrej Koroliov greift Musik wie Thema von BORIS GODUNOW in seiner musikalischen Reflektion über das Verhältnis von Macht und Wahnsinn am Beispiel Russland auf – zusammen mit dem Schlagzeuger Jonathan Shapiro, dem Keyboarder und Performer Sebastian Berweck, dem Posaunisten Jan Donner und dem Cellisten Mathis Mayr, sowie Annika Schlicht, Andrew Dickinson und Stephen Bronk aus dem Ensemble der Deutschen Oper Berlin.