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Parsifal
Mo, 02. Apr 2018, 16:00

Bühnenweihfestspiel in drei Aufzügen von Richard Wagner
Text von Richard Wagner

Eine heilsverkündende Gralsbruderschaft hat sich ein strenges Keuschheitsgelübde auferlegt und hütet zwei Reliquien, von denen die Brüder sich ewiges Leben erhoffen: den heiligen Gral und den heiligen Speer. Doch weil ihr Gralskönig Amfortas sich mit der geheimnisvollen Kundry versündigte, ist der Speer in die Hände des einst von der Bruderschaft abgewiesenen Klingsor gelangt, der dem Sünder damit eine nicht heilende Wunde zufügte. Um Amfortas von seinen ewigen Qualen zu erlösen und den Speer zurückzuerlangen, bedarf es laut einer Prophezeihung eines »durch Mitleid wissenden, reinen Toren«. In dem naiven Parsifal glaubt Gurnemanz, der geistige Führer der Bruderschaft, diesen neuen Heiland gefunden zu haben. Doch diesem steht noch ein langer Weg zur Erkenntnis bevor …


Am Ende seines Lebens verband Richard Wagner in seinem »Parsifal« christlichen Mythos mit buddhistischen Elementen und Reflexionen aus der Philosophie Schopenhauers und sah darin die von ihm selbst propagierte Idee einer Kunstreligion verwirklicht. Mit einer beseelenden und erhebenden Musik von großer Strahlkraft führt er letztendlich eine religiöse Ideologie vor, die die Überwindung von Sinnlichkeit und Sünde durch Erkenntnis, Mit-Leid und Verweigerung der als verwerflich dargestellten Liebe predigt.

Werkinfo:
Der Gralskönig Amfortas leidet an einer sich niemals schließenden Wunde, die ihm im Kampf mit dem Zauberer Klingsor durch einen heiligen Speer zugefügt wurde. Eine Heilung kann nur durch eine abermalige Berührung des Speers erfolgen, aber nur ein durch Mitleid wissender »reiner Tor« kann diesen zurückbringen. Die Gralsgemeinschaft, welche der Auflösung nahe scheint, bittet Amfortas den Gral zu enthüllen, was dieser jedoch verweigert. Auf einmal betritt der junge Parsifal, der von seiner Mutter abgeschieden im Wald aufgezogen wurde, einen Schwan jagend das Gralsgebiet, nicht ahnend, dass er das Schicksal der Gralsritter bestimmen wird …


Seit 1845 hatte sich Richard Wagner immer wieder mit Wolfram von Eschenbachs mittelalterlichem Versroman auseinandergesetzt. So findet sich die Gralsthematik bereits in seinem Lohengrin aus dem Jahre 1850. In Parsifal fand Wagner zu einer nochmals neuen Musiksprache: eine weniger dichte motivische Arbeit verbindet sich mit der chromatischen Harmonik des Tristan, welche der diatonischen Welt der Gralsritter gegenübersteht.

Dauer:
ca. 5:30 h | inklusive 2 Pausen