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My Fair Lady
Sa, 01. Apr 2017, 19:30

Frederick Loewe

Musical in zwei Akten (1956)

My Fair Lady
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My Fair Lady

Max Hopp, der zuletzt in Eine Frau, die weiß was sie will! mit Dagmar Manzel auf der Bühne brillierte, diesmal als verschrobener Professor Higgins mit Katharine Mehrling als handfest-schnoddrige Eliza Doolittle in einer Inszenierung von Andreas Homoki, die ganz auf die musikdramatischen Qualitäten setzt. Die deutsche Erstaufführung dieses »perfekten Musicals« entfachte 1961 in Berlin hierzulande das bis heute grassierende Musical-Fieber.

Professor Henry Higgins, Koryphäe in Sachen Phonetik und leidenschaftlicher Verfechter der reinen Sprache, schließt mit seinem Kollegen Colonel Pickering eine Wette: In nur sechs Monaten will er aus dem prolligen Blumengör Eliza Doolittle eine Lady modellieren, die selbst der König von einer »echte« Dame nicht zu unterscheiden vermag. Und das allein durch den perfekten Schliff ihrer Sprache! Was Higgins auf dem Weg zum Erfolg jedoch vergisst: Eliza ist kein bloßes Versuchsobjekt, sondern ein Mensch mit ganz eigenem Kopf, besonders aber: Gefühlen – mit und ohne Akzent!

Der Verfasser der literarischen Vorlage von My Fair Lady , George Bernard Shaw, bezog sich in seiner beißenden Kritik an der rigiden englischen Klassengesellschaft des 19. Jahrhunderts, in der sich der soziale Status eines Menschen einzig an seinem Zungenschlag erkennen ließ, auf den antiken Mythos des Bildhauers Pygmalion , der sich in eine von ihm selbst geschnitzte Traumfrau verliebt. Dass eine in Musik gesetzte Sprechübung – »Es grünt so grün, wenn Spaniens Gärten blühen« – bis heute auf der ganzen Welt als Evergreen gilt, sagt alles über die bezaubernde Kraft von Frederick Loewes unsterblich gewordenen Melodien.

Im Repertoire seit 28. November 2015

Werkinfo:
Musical in zwei Akten (1956)
nach George Bernard Shaws Pygmalion und dem Film von Gabriel Pascal,
Buch und Liedtexte von Alan Jay Lerner
Deutsch von Robert Gilbert