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Belcanto-Symposion
So, 10. Feb 2019, 11:00

8. – 10. Februar 2019

Als Ideal einer Verschmelzung von Klangschönheit, Ausdruck und Virtuosität steht der Begriff „Belcanto“ seit über 400 Jahren für die Faszinationskraft, die vom Einsatz der menschlichen Stimme auf der Opernbühne ausgehen kann. Doch seit Claudio Monteverdi mit dem „possente spirto“ in L’ORFEO die erste Bravourarie der Geschichte schrieb, steht die Kunst des „schönen Gesangs“ in einem Spannungsverhältnis nicht nur zu den Geschichten, die Oper erzählt, sondern auch zum Publikum, das diese kunstvoll kodierte Sprache der Gefühle entschlüsseln muss. Denn was schön ist und was glaubhafter Ausdruck eines Gefühls ist, entscheidet jede Generation aufs Neue. Auch deshalb haben Komponisten wie Rossini, Donizetti, Verdi und Meyerbeer den Belcanto fortwährend entwickelt und dramatisiert, und auch als die Oper einen anderen Weg einschlug, änderte sich dennoch immer wieder der Stil, mit dem Sänger, Dirigenten und Regisseure sich dem Phänomen Belcanto näherten.

Das Symposion von Deutscher Oper Berlin und Deutschlandfunk Kultur blickt in Vorträgen und Diskussionen auf diese Entwicklung zurück, stellt aber auch die Frage, wie heute, im 21. Jahrhundert, die Opern des Belcanto gesungen und dargestellt werden: Was klingt für uns heute schön? Wie verhalten sich Virtuosität und szenische Glaubwürdigkeit zueinander? Und wie kann die Szene adäquat auf diese Musiksprache reagieren?