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Walk the Walk

Performance von Simon Steen-Andersen

Vorschaubild Walk the Walk

Ausgangspunkt der Performance des dänischen Komponisten und Medienkünstlers Simon Steen-Andersen ist der Akt des Gehens: Eine der einfachsten Aktionen, die auf einer Theaterbühne stattfinden kann – bloß eine Art, um von A nach B zu gelangen, oder ein Sample aus dem Alltag. Aber es ist auch ein genuin musikalisches Element, das untrennbar mit den Begriffen Puls, Geschwindigkeit, Rhythmus, Richtung, Synchronizität und kinetischer Energie zusammenhängt.

Gehen kann einen Raum definieren, es kann Bedeutungen und Erwartungshaltungen übertragen und ist es nicht ohne Grund in der Geschichte ein Lieblingsthema von Komikern auf der Bühne oder in Film und Fernsehen, das von Understatement bis Slapstick reicht. »Gehen ist ein Mittel der Fortbewegung für diejenigen organischen Geschöpfe, welche willkürliche Bewegung und Füße haben«, heißt es in der Brockhaus-Enzyklopädie von 1837. Erst später durch die Erfindung der Fotografie und des Films konnten Wissenschaftler die Komplexität von Bewegungen und den damit verbundenen Balanceakt sichtbar machen und verstehen. Von Versuchsanordnungen und Dokumentationen früher Bewegungsforscher inspiriert, macht sich Simon Steen-Andersen – in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Schlagzeugerquartett Ensemble This | Ensemble That – daran, das Phänomen des Gehens als theatrales und musikalisches Material in einem virtuosen Spiel aus Kausalität und Bühnenmechanik zu dekonstruieren.