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Hamlet [konzertant]

Ambroise Thomas (1811 – 1896)

William Shakespeares „Hamlet“ ist nicht nur seine vielleicht philosophischste und vielschichtigste Tragödie, das Stück ist zugleich als ein Drama bekannt, in dem nach einem spektakulären Finale sämtliche Protagonisten tot auf der Bühne liegen. Dass man „Hamlet“ aber auch mit „Happy End“ und ohne den großen Monolog des Dänenprinzen mit dem berühmten „Sein oder Nichtsein“ erfolgreich für die Opernbühne adaptieren kann, hat Ambroise Thomas zusammen mit den beiden Librettisten Michel Carré und Jules Barbier bewiesen. Ihr HAMLET ist die bis heute erfolgreichste Adaption des Stoffes und zugleich eine der wichtigsten französischen Opern der 1860er Jahre. Sie entsteht ähnlich wie die Meisterwerke Charles Gounods in jener Umbruchphase, in der sich aus einer Synthese von Elementen der „staatstragenden“ Grand opéra mit solchen der leichteren Opéra comique ein neues Genre, das des „Drame lyrique“ entwickelt: durchkomponiert, mit einer komplexen Musiksprache, aber einem intimeren, lyrischen Tonfall und einer stärker auf die Einzelschicksale der Figuren fokussierenden Dramaturgie. Und so ist auch Thomas’ HAMLET beides: mitreißendes Musikdrama, aber eben auch facettenreiche Poesie im Nachspüren feinster Gefühlsregungen in der musikalischen Gestaltung der Hauptpartien.

Werkinfo:
Oper in fünf Akten
Libretto von Michel Carré und Jules Barbier
nach der französischen Adaption von Alexandre Dumas dem Älteren
und Paul Meurice nach der Tragödie „Hamlet“ von William Shakespeare
Uraufführung der französischen Erstfassung am 9. März 1868 in der
Salle de la rue Le Peletier der Pariser Opéra
Konzertante Premiere an der Deutschen Oper Berlin am 24. Juni 2019