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Oper in Berlin

Komische Oper Berlin


Gianni Schicchi | Herzog Blaubarts Burg
(c) Monika Rittershaus

Gianni Schicchi | Herzog Blaubarts Burg / Premiere am 1. März 2015 um 19 Uhr

Zwei Einakter

Zwei Meisterwerke des 20. Jahrhunderts, die beide im Schicksalsjahr 1918 uraufgeführt wurden und doch unterschiedlicher kaum sein könnten, vereint zu einem Opern-Doppelabend: Rabenschwarze, italienische Komödie trifft ungarisches Psychodrama, inszeniert vom spanischen Regisseur Calixto Bieito, einem Meister des Dunklen und Abgründigen.

Wenig verbindet Gianni Schicchi und Herzog Blaubarts Burg – außer ihrer ungeschönten Darstellung menschlicher Abgründe. Während Melodienzauberer Giacomo Puccini seine Geschichte um eine Familie, die bereits am Totenbett ihres Patriarchen um das finanzielle Erbe streitet, mit Schmachtfetzen wie »O mio babbino caro« spickt, dringt Béla Bartók mit seiner dichten Partitur in die Tiefen einer verzweigten Seelenlandschaft vor: Auf Herzog Blaubarts Burg verbirgt sich hinter sieben verbotenen Türen ein düsteres Geheimnis, dessen Ergründung einer jungen Frau zum Verhängnis wird ...

Beide Musiktheaterwerke entstanden zu einer Zeitenwende – konzipiert am Vorabend des Untergangs einer ganzen Epoche. Bereits einige Jahre zuvor hatte Puccini einer Freundin gegenüber den Herzenswunsch geäußert, dass er »so gerne lachen und andere Leute zum Lachen bringen« wolle. Dies war nun nötiger als je zuvor, um die Schrecken des Ersten Weltkriegs für einen Moment vergessen zu lassen. So entwickelte er mit Gianni Schicchi eine himmelschreiend komische Oper, unter deren lustig-absurder Oberfläche allerdings immer wieder das Monströse und Menschenverachtende des Alltäglichen hervorblitzt: Letztendlich wird eine hemmungslose Leichenfledderei zur Schau gestellt. Bartók hingegen entdeckt das Monströse im Märchenhaften: Die Fabel von Blaubart, im 17. Jahrhundert erstmals von Charles Perrault verfasst, wird im Libretto von Béla Balázs (einem der zentralen Theoretiker des frühen Films) zur modernen Beziehungstragödie zwischen Mann und Frau, in der die Protagonisten wie mit der Linse einer Kamera seziert werden.

In der Gegensätzlichkeit beider Werke liegt ein Reiz, den nicht nur die Inszenierung von Calixto Bieito zu nutzen weiß. Unter der Leitung von Henrik Nánási, Generalmusikdirektor der Komischen Oper Berlin und ausgewiesener Bartók-Spezialist, verspricht die Gegenüberstellung von Puccini und Bartók auch musikalisch ein besonderes Erlebnis zu werden, mit Günter Papendell als Gianni Schicchi sowie Ausrine Stundyte und Gidon Saks als verhängnisvoll umeinander kreisendes Paar in Herzog Blaubarts Burg.

Alle Vorstellungen finden Sie HIER

Kostenlose Werkeinführung 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Foyer (außer bei Premieren und Sonderveranstaltungen).
 
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