← zurück zum Repertoire

Experimentum Mundi

Im Haus der Berliner Festspiele

Giorgio Battistelli
Die musizierenden Handwerker sind oft schon in der zweiten Generation
Meister ihres Fachs auf dem Sprung nach Berlin
Die musizierenden Handwerker sind oft schon in der zweiten Generation
Von der Straße auf die Bühne, einer der Pflasterer beim Tagwerk

Mit 16 Handwerkern auf der Bühne schuf Giorgio Battistelli 1981 eines der epochalen Werke der Zeitgenössischen Musik. Die Aufführung ist auch ein Vorgeschmack auf die Premiere von TEOREMA im Juni 2023 ... Dirigent: Giorgio Battistelli; Sprecher: Beppe Servillo
Der Pastabäcker schlägt einige Eier auf und greift zum Rührstab, wenig später beginnen die Schuster mit der Arbeit, als nächste kommen Pflasterer und Schmiede hinzu. So erwacht allmählich eine italienische Kleinstadt mit ihren traditionellen Handwerksbetrieben zum Leben – wenn Giorgio Battistelli als Dirigent die Einsätze für sein Musiktheaterwerk EXPERIMENTUM MUNDI gibt. In diesem stehen sechzehn Handwerker auf der Bühne, allesamt aus Albano Laziale, einer Kleinstadt südlich von Rom, oberhalb des Albanersees, in der auch der Komponist 1953 geboren wurde.

Mit EXPERIMENTUM MUNDI hat er als junger Komponist 1981 seiner Heimatstadt ein klingendes Denkmal gesetzt und zugleich ein Stück erschaffen, das mit an mehr als 400 Aufführungen weltweit längst ein Klassiker der zeitgenössischen Musik ist – und in dem die Handwerker eigentlich „nur“ ihrer täglichen Arbeit nachgehen. Diese ist jedoch, mit den dabei entstehenden Geräuschen, den je eigenen Rhythmen und spezifischen Klängen, kunstvoll in und zu einem Musiktheater verarbeitet, in dem es um das Erschaffen einer Welt mittels der Kunstfertigkeit handwerklicher Arbeit geht. Den sechzehn Handwerkern stehen dabei ein Schlagzeuger, vier ebenfalls aus den Handwerkfamilien von Albano Laziale stammende Sängerinnen sowie ein Schauspieler zur Seite. Letzterer rezitiert mit Auszügen aus der „Encyclopédie“ von Diderot und d’Alembert Texte des 18. Jahrhunderts, in denen die einzelnen Gewerke so beschrieben werden, wie sie bis heute ausgeübt werden – und wie sie in der knapp einstündigen Komposition auf der Bühne zu erleben sind.

EXPERIMENTUM MUNDI bietet dabei zugleich einen Einstieg in das Werk Giorgio Battistellis, dessen auf Pier Paolo Pasolinis „Teorema“ basierende, gleichnamige Oper im Juni 2023 auf der Großen Bühne der Deutschen Oper Berlin zur Uraufführung kommen wird.

Werkinfo:
Giorgio Battistelli [*1953]
geeignet für Kinder ab 10 Jahren